gut gebrüllt

Fragwürdige Didaktik in der Erwachsenenbildung:
russischkurs
Tut mir leid, in dieser Woche bin ich krank. Oder verreist. Im Winterschlaf. Geplatzt. Entführt. Auf jeden Fall: verhindert.

(Gerade noch einen Geistesblitz kurz vorm Absenden: Vielleicht ist mit “besprechen” auch so ein beschwörendes Heilungszauber-Besprechen gemeint. Das erscheint mir im Zusammenhang mit Familie wiederum sehr sinnvoll. Wenn auch nicht besonders praktikabel, vermutlich fehlt dem Sprachlernenden in diesem Stadium für das russische Verwandtschafts-Voodoo doch noch das adäquate Vokabular.)

link - 31.07.2005 | 09:57

satt die vollen bäuche
auf den stäben
verkokelt die wurst

link - 28.07.2005 | 11:15

Quartalsrappel

Oh, diese B.! Nach jeder Unterhaltung mit ihr das dringende Bedürfnis, ab sofort nur noch mit Jack Daniels die Zähne zu putzen, ein Praktikum im Libanon zu machen und sich als Haustier in der Badewanne einen Alligator zu halten. Nur um zu demonstrieren, dass man seine Prioritäten im Leben durchaus auch anders setzen kann, als sie diese in ihrem Wertesystem, für dessen Entstehung Rechthaberei und Einfalt die wohl dämlichste aller möglichen Allianzen eingegangen sind, festgelegt (bekommen) hat.

(Zumindest so lange, bis der erste Tobsuchtsanfall sich gelegt und die Erkenntnis sich breit gemacht hat, dass übertriebenes Distinktionsbedürfnis in der gleichen Albernheitsliga spielt wie vorsätzlich beschränkte Weltsicht.)

link - 28.07.2005 | 11:04

Return of the Rüttelplatte vol.II

Ernsthaft in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt fühlt sich die meet-the-katze von Familie T., die eine reine Wohnungskatze ist und nun lärmbedingt jeden Tag wie angestochen in der Bude im Kreis rennt (vermute, sie sympathisiert mit der Tour de France). So Frau T. gestern zu mir im Flur.

Natürlich ist es bedauernswert, dass der Mieze die innere Ruhe abhanden gekommen ist. Wenn man aber über die Physiognomie der T.’schen Katze im Bilde ist, so gelangt man schnell zu dem Entschluss, dass sie nicht das ungünstigste Schicksal ereilt hat. Vielleicht ist ihre Bodenfreiheit im stehenden Zustand bald dann wieder ausreichend, dass eine Zigarettenschachtel zwischen Untergrund und Katzenbauch durchpasst. Oder erstmal eine CD-Hülle (slim case), um das Ziel überschaubar zu halten. Es handelt sich nämlich um eine fette Katze. Das hab ich der Frau T. natürlich nicht gesagt, Haustierhalter sind ja immer ein bisschen empfindlich, wenn man ihr Fellaccessoire nicht hübsch findet. Außerdem ist Frau T. sehr nett. Und kein bisschen fett. (Vermute, die beiden sind eine etwas unfaire Symbiose eingegangen: Frau T. isst und die Katze wird dick.)

link - 12.07.2005 | 22:54

Aufbäumen statt Aufräumen.

Und alte Kartoffeln nicht gleich wegwerfen.
a clean house is a sign of a wasted life

link - 10.07.2005 | 19:17

Misanthropisches zum Wochenende (feat. ein kleines bisschen Technikhass)

.: Hallo Unzufriedenheit, da bist du ja wieder. Hab dich schon vermisst die letzten zwei, drei Jahre. Ach so, nur für ein paar Tage auf der Durchreise? Na dann komm rein, mach’s Dir hübsch unbequem und lass’ krachen.

.: Wer mich nochmal darauf hinweist, dass sich das schmutzige Geschirr in meiner Spüle doch bereits bedenklich hoch stapelt (dagegen ist Jenga was für Anfänger), bekommt das Wort Opportunitätskosten buchstabiert. Gerne auch mehrfach.

.: Nein, ich habe die xy-Werbung noch nicht gesehen. Und den Spot für unser-Produkt-ist-eh-das-beste auch nicht. Ich habe nämlich gar keinen Fernseher. (Hallo Gebühreneinzugszentrale, es wäre schön, wenn auch du das irgendwann begreifst. Oder anstatt mir Pöbelpost zuzusenden mal persönlich jemand vorbeischickst, der sich von diesem Umstand überzeugt. Der könnte dann nämlich beim Gehen gleich den Müll mit runternehmen.) Ja, das ist Absicht, nein, ich glaube nicht, dass ich viel verpasse, danke, mir geht’s gut, und in der Tat, es gibt auch noch andere Abendbeschäftigungen.

.: “Wann ist denn hier wieder Wutspende?”

.: Fragen nach Fortschritten bei der Diplomarbeitsthemensuche werden grundsätzlich nicht mehr beantwortet.

.: Und Personen, die den Unterschied zwischen funktionieren und leben nicht verstanden haben, nehme ich sowieso nicht mehr ernst.

.: “Oh, du bist schon wach?” ist das erste was ich zu hören bekomme, als ich träge den Telefon-Ohr-Kontakt herstelle und ich frage mich, weshalb sie überhaupt anruft, wenn sie offensichtlich davon ausgeht, dass ich noch schlafe. Hauptsächlich wohl, um mir von etwas zu berichten, von dem sie weiß, dass ich es weiß, allerdings nicht weiß, ob ich auch weiß, dass sie es nun ebenfalls weiß, und mich das deswegen nun wissen lassen will (dass sie es weiß, Anm. d. Verf. für alle, denen es bereits zu weiß bunt geworden ist).

.: Schluss mit Süß! Amen.

.: Bitte einmal never change a running system dauerhaft auf meinem linken Unterarm notieren, vorzugsweise in 48pt Comic Sans oder einer vergleichbar retinaverätzenden Schriftart, damit es mich sofort anspringt, wenn ich morgens die Augen öffne. Schließlich gehört es nicht zu meinen favorisierten Freizeitbeschäftigungen, mein zerschossenes special-Archiv-Plugin v0.15beta-but-xtracool wieder mühsam selbst zusammenzuklbauen.

.: Nur weil ich meine Gesichtszüge mittlerweile unter Kontrolle habe, wenn Menschen Anstalten machen, mich zu Begrüßungszwecken (das ist sowas ähnliches wie Reißzwecken) zu knuddeln und/oder abzubusseln, heißt das nicht, dass ich diese vollkörperkontaktnahe Begrüßungsform auch in jedem Fall für angemessen halte.

.: Raaaa – schon wieder eine Baustelle. Ach ja, Frau S., wie gefällt es ihnen denn noch so in ihrer Wohnung, wo diese Woche unter ihrem Schlafzimmerfenster die Erdaushub-Arbeiten für den Neubau auf dem Nachbargrundstück begonnen haben?

link - 09.07.2005 | 11:55

“Und da sind mir doch neulich aufm Heimweg vom Club zwei Mädels begegnet, die barfuß liefen und ihre Schuhe in der Hand trugen. Unter Tragekomfort hatte ich mir ja ursprünglich was anderes vorgestellt.”

link - 04.07.2005 | 11:16

Rechnen auf religiöser Basis.

Rechnen auf religioeser Basis
Deutlich interessanter derweil das inoffizielle Rahmenprogramm: L. berichtet, dass sein Bruder um die Pflicht der Vaterlandsverteidigung gerade nochmal drum herum gekommen ist, weil er ausgemustert wurde wegen Sellerieallergie. Sellerieallergie – Sachen gibt’s.

link - 02.07.2005 | 10:10