gut gebrüllt

Tetraback

Dass es bei der Verwertung von alt gewordenem Gebäck durchaus Alternativen zur Verklappung in Milchprodukten gibt, hat mir M. gestern aufgezeigt. So muss man Kuchen, der nicht aufgegessen wurde, nicht zwingend in den Joghurt bröseln, man kann ihn auch einfach nochmal backen. Und nochmal. Und nochmal. Exemplarisch praktiziert wurde das bereits mit den Resten des Kuchens, den ich zu M.s WG-warming-Party am Montag beigesteuert hatte. Ihre Mitbewohnerin hatte anschließend die paar übrig gebliebenen Stücke aufbewahrungshalber auf den Boden des Backofens gestellt. Dort wurden sie auch einige Tage später mit großem Hallo wiederentdeckt. Die Identifizierung gestaltete sich zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht mehr ganz trivial, zwischendurch war die Backröhre nämlich bereits dreimal im Einsatz gewesen. M. räumte auch abschließend ein, dass es dabei jeweils “schon ein bisschen seltsam” gerochen habe.

Eine sinnvolle Einsatzmöglichkeit für das Holzkohlesurrogat liegt anlässlich der gerade gestarteten Grillsaison auf der Hand. Vergleichsstudien zum Verheizverhalten verschiedener Kuchensorten laufen noch, fest steht aber bereits, dass die in einigen Rezepten enthaltenen Brennwertangaben wohl jahrelang falsch interpretiert wurden und ihnen ganz neue Bedeutung zugemessen werden muss.

link - 16.04.2005 | 21:50

Backwarenrecycling

Es ist schwierig geworden, Fruchtjoghurt zu kaufen, in dem nichts artfremdes drin herumschwimmt. Mit Bircher Müsli begann vor Jahren diese Plage, die sich in der folgenden Zeit metastasengleich in den Kühlregalen ausbreiten sollte. Schokobrösel als Milchproduktzusatz für die nichtkörnerfressende Zielgruppe waren die logische Folge. Und jetzt – Teigbröckchen. Neulich entdeckt: die Geschmacksrichtungen Käsekuchen Mandarine (Ehrmann) und Mocca-Mandel-Kuchen (Elite). Außerdem schonmal gesichtet: Russischer Zupfkuchen (Ehrmann) und Aprikosenberliner (Bauer). Sollte mich mal jemand fragen, wofür es sich wirklich zu kämpfen lohnt, dann würde ich antworten: Für eine Welt, in der altes Gebäck wieder ordnungsgemäß in der Mülltonne entsorgt wird.

link - 14.04.2005 | 18:46

Herr V. sagt

“Fleisch ist Gemüse, das auf vier Beinen wächst.”

link - 13.04.2005 | 23:19

Imbiss International

Und dann gibt es da noch dieses Restaurant, das in den vergangenen Jahren alle Nas’ lang seinen Namen sowie die Nationalität der angebotenen Speisen wechselte. Angefangen mit indischen Spezialitäten verkündeten nach kurzer Schließungsphase plötzlich Werbeaufsteller die Neueröffnung des Restaurants Hungaria, welches mittlerweile auch schon wieder in eine italienische Trattoria transformiert worden ist.

Mieterfluktuation kommt vor, möchte man meinen, gerade im Bereich gastronomischer Objekte. Auffälligerweise blieb die dort arbeitende Belegschaft in all den Jahren aber immer dieselbe. Gleich blieb auch die dekorative(?) Inneneinrichtung der Gaststätte. Eichenmöbel sowie ein röhrender Hirsch in Öl sind schließlich wirklich international. Und dass farbliche Umgestaltung so gut wie gar nicht notwendig war, ist wohl der geschickten Wahl der entsprechenden Nationalitäten bezüglich ihrer Landesfarben [1|2|3] geschuldet.

Sollte demnächst wieder ein Wechsel anstehen, würde ich (unter der Prämisse, dass jedes Land nur einmal drankommt) fast wetten, dass der Laden hinterher Acapulco [4] heißt. Hirsch inklusive.

link - 07.04.2005 | 21:20