gut gebrüllt

Matratze frisst Körper.

Während des knapp anderthalbstündigen Dialogs mit der Sleep-Taste, angezettelt, um die Konfrontation mit der hässlichen Fratze des anbrechenden Tages hinauszuzögern, plötzlich an A. gedacht. Der hat da nämlich so eine Theorie, warum das Aufstehen schwerfällt. Und zwar behauptet er, der Körper diffundiere während der Nacht in die Matratze hinein. Da sei es einleuchtend, dass die ungewollte Vermischung der Materialien am Morgen nur unter größerer Anstrengung wieder rückgängig zu machen ist.

Nehmen wir das mal so hin. Ein Grundverständnis naturwissenschaftlicher Zusammenhänge genügt in diesem Fall, um sich beunruhigende Szenarien für steigende Temperaturen auszumalen.

Ich hab Angst vorm Sommer.

link - 31.03.2005 | 20:59

Fatale Kombination: Fortgeschrittene Semesteranzahl in Verbindung mit sich anpirschender warmer Jahreszeit resultiert in zunehmend bohèmehaftem Lebenswandel. Allmählich häufen sich die Diplomarbeitsverteidigungen von Bekannten, so dass man regelmäßig bereits am Vormittag von soeben mit dem akademischen Grad bedachten Personen genötigt wird, den triumphalen Abschluss ihres finalen Akts mit einem(?) Glas Sekt zu begießen. Außerdem ausgiebiges Verplempernbringen ganzer Nachmittage in der Sonne sitzend auf Nachbars Terrasse zusammen mit Nachbars Freundin, was eine erstklassige Vorbereitung aufs spätere Rentnerdasein darstellt, oder auch auf andere Lebensabschnitte, in denen man plötzlich über zu viel Zeit verfügt (Zweitstudium, Arbeitslosigkeit, reichen Mann geheiratet, o.ä.). Sinnstiftendes Rumsitzen will schließlich geübt sein, da muss man ja auch mal gerade etwas mit sich anzufangen wissen. Praktisch, wenn man bereits frühzeitig entsprechende Kompetenzen trainiert hat:

aufmerksame Nachbarschaftsbeobachtung: Frau G. sen. zerrt ihren Hund spazieren, eine halbe Stunde später passiert Frau G. jun., ebenfalls einen Hund ihr Eigen nennend und selbigen an der Leine führend, den an der Outdoor-Area vorbeiführenden Gehweg. Klarer Fall – da hängt der Haussegen schief! Normalerweise promenieren die beiden Seite an Seite. Außerdem scheint Mr. Haartönungsfehlgriff seinen optimalen Betriebspromillepegel erreicht zu haben, was man daran bemerken kann, dass er sich verhältnismäßig schnell auf den Zigarettenautomaten zubewegt und nur etwa alle 10 m einen unkontrollierten Ausfallschritt macht.

vergleichende Publizistik: komparative Gegenüberstellung typischer Gestaltungsmerkmale von Kontaktanzeigen der FASZ (“Kosmopolitischer Akademiker sucht Pendant, aus Paritätsgründen mit Vorliebe zu Reisen in mediterrane Gefilde, Golf und…”) und der Thüringer Allgemeinen (“Nach großer Enttäuschung wünsche ich mir für einen Neuanfang eine treue, naturverbundene…”) mit anschließender Debatte, warum Menschen in solchen Fällen immer betonen, dass sie “auch gerne mal ein gutes Buch” lesen – schlechte liest doch hoffentlich sowieso niemand. Außerdem kritischer Diskurs, ob es in Ordnung ist, die Aufzählung seiner Hobbies mit “… und alles was Spaß macht” abzuschließen. Hobbies, die Spaß machen. Wo gibt’s denn sowas? Sicherlich ist der Begriff Hobby bayrischer Herkunft und ursprünglich eine Abkürzung für “Hob i noch nie gern g’mocht”.

Titelfindung für anvisierte Buchprojekte: Nachdem wir kürzlich in der (“DER”) örtlichen Buchhandlung ein liebevoll mit Büchern zum Thema Kochen und Backen dekoriertes Schaufenster gesehen haben, aus dem besonders die Titel “Backen in flexiblen Formen” und “Backen im Blumentopf” ins Auge stachen, überkam uns noch an Ort und Stelle der dringende Wunsch, ebenfalls ein Stück Ratgeberliteratur für Nischenpublikum zu verfassen. Konkret in Planung: “Essen mit stumpfen Messern” (regelmäßige Mensabesucher werden um dieses Werk nicht drum herum kommen).

haarige Milieustudien: Leider konnte bisher nicht abschließend geklärt werden, warum Männer im Dunstkreis technischer Universitäten derart affin zu Gesichtsbehaarungen in Form dessen sind, was bei Meister Röhrich als Abdruck zurück bleibt, nachdem er durchs Snüffelstück gepustet hat. Auch eine Befragung betroffener Personen, die sich in der direkten Konfrontation reichlich wortkarg gaben, lieferte wenig Aufschluss über die Motive ihrer Bartvariantenwahl. Es kann also nur gemutmaßt werden: zusammen mit den Immatrikulationsunterlagen für den Ingenieurstudiengang wird eine entsprechende Rasurschablone an die männlichen Studienbewerber verschickt. Und außerdem vermutlich eine unterschriebene Stillschweigevereinbarung zurückgefordert.

universitäre Lehrplankritik: Rezension des aktuellen Vorlesungsverzeichnisses auf der Suche nach Praxis- und Alltagsbezug. Nachdem im vergangenen Vorlesungszeitraum Lehrveranstaltungen angeboten wurden, die Namen wie z.B. “Lampen” oder “Antennen” trugen, erwartete ich zur Komplettierung des Wissens um die gelungene Wohnungseinrichtung fürs kommende Semester mit Spannung Veranstaltungen wie “Fensterdekorationen” oder “Der Garten im Frühjahr”. Aber? Nichts dergleichen.

link - 26.03.2005 | 23:04

lo-res x-stueck

link - 20.03.2005 | 12:17

Schwacher Trost

“Du bist der Dreiäugige unter den Vieräugigen.”

link - 20.03.2005 | 11:34

Prognosen für die automobile Zukunft.

Der Tag, an dem PKWs serienmäßig mit polyphonen und real music Huptönen ausgeliefert werden, wird der Tag meiner Umsiedlung auf eine dieser autofreien Inseln sein. Ich schwör’s!

In Anbetracht dessen, dass die Hupe für viele Autofahrer ein beliebtes Instrument zur Zurechtweisung anderer Verkehrsteilnehmer darstellt, ist es allerdings verwunderlich, warum sich dieses Konzept nicht auch innerhalb des Fahrzeugs durchgesetzt hat – werden Konflikte im PKW-Innenraum doch nach wie vor überwiegend herkömmlich deeskaliert, also durch harsche Worte, giftige Blicke, kraftvolles Einschlagen auf das Armaturenbrett, den Beifahrer oder beide.

Das müsste nicht sein. Eine Innenraumhupe stellte eine elegante Alternative dar, andere Insassen zu maßregeln und leidige Grundsatzdiskussionen nachhaltig zu beenden. (Die Autorin dieser Zeilen denkt darüber nach, zur Untermauerung ihrer Begeisterung für diese Idee ihre Webseiten kurzfristig in gutgehupt.de umzubenennen.)

“Ich hab doch links ges…” TRÖÖÖÖT!
“Kannst du nicht mal ein bisschen…” TRÖÖÖÖT!
“Pass doch auf, wo du…” TRÖÖÖÖÖÖT!

(Im Hintergrund Stimmengewirr, übertönt durch Huplaute [fade out]).

link - 10.03.2005 | 07:58

Wenn das der Weiße Riese wüsste.

Die offenen Meisterschaften im USB-Stick-Mitwaschen gehen in die nächste Runde. Nachdem F. kürzlich mit datenverlustfreien, aber nicht mehr nachprüfbaren 60°C die Latte reichlich hoch gelegt hat, konnte J. vergangene Woche respektable 40°C und 1.400 Schleuderumdrehungen/min in die Waagschale, oder vielmehr in die Waschtrommel wuchten. Eine unpräzise Stelle im Reglement lässt allerdings noch offen, wie die B-Note (hier: Gesichtsausdruck während des einsetzenden Denkprozesses, wenn beim Fund des USB-Sticks durch Griff in die Tasche realisiert wird, dass das Kleidungsstück am Morgen frisch gewaschen aus dem Schrank gezerrt worden war) mit in die Wertung einzufließen hat.

link - 01.03.2005 | 22:24