gut gebrüllt

Göttliche Eingabe(geräte).

Dokureihe: Produkte, die sich selbst überflüssig machen, Teil 17.

Ich habe eine neue Maus. Mit allem Pipapo: optisch, wireless und mit wieder aufladbaren Batterien. Bloß habe ich bisher die Ladeschalenmentalität unserer Akku-Gesellschaft noch nicht so ganz verinnerlicht und vergesse daher immer, sie gelegentlich zu Revitalisierungszwecken anzudocken. Deswegen haucht sie ihren letzten Atem beleidigterweise meistens mitten im laufenden Betrieb aus und ist dann in den nächsten zwei, drei Stunden kompromisslos unbenutzbar. Nachdem mir das ja nun nicht zum ersten Mal passiert ist, bin ich mittlerweile virtuoser Keyboardnutzer. Und wer so ziemlich alle Tastaturkürzel auswendig kennt, der braucht ja eigentlich gar keine Maus mehr.

Ein Grund zur Beschwerde ist das keineswegs, denn das Leistungsversprechen des Produkts war effektiveres Arbeiten ohne lästiges Kabelgestrüpp – und genau das habe ich auch bekommen. Vielleicht gibt es dieses Eingabegerät demnächst auch als Charity-Edition für den einsichtigen Kunden. Man bezahlt also den Kaufbetrag, bekommt die Maus aber nie ausgeliefert sondern lässt sie direkt vom Hersteller einer wohltätigen Organisation zukommen, da man sie zukünftig eh nicht mehr benötigt. So hat man sogar noch etwas mehr Platz auf dem Schreibtisch zur Verfügung und braucht auch keine Verpackungskartons im Keller zu deponieren, für die man genau dann Verwendung findet, wenn man sie nach drei Jahren des Hin- und Herschiebens von einer Ecke in die andere endlich weggeworfen hat.

link - 01.04.2004 | 23:48