gut gebrüllt

Inquisition.

Neben dem gewöhnlichen Altpapierpotpourri, üblicherweise bestehend aus der Trinität von Pizzadienstflyer, Kauflandblättchen und Baumarktprospekt, zerrte ich in der letzten Woche aus dem Briefkasten eine Postwurfsendung von der Katholieke Universiteit Nijmegen, die einen Fragebogen zum Themengebiet “Naturvorstellungen und Hochwasser” beinhaltete. Da ich einerseits der akademischen Forschung keine Steine in den Weg werfen möchte und mich außerdem, wie jeder andere Klugscheißer auch, füchterlich geschmeichelt fühle, wenn ich mal nach meiner Meinung gefragt werde, habe ich gar nicht lange darüber nachdenken müssen, ob ich der Wissenschaft meine Erkenntnisse zur Verfügung stellen soll. Nachdem man zu den üblichen Verschwörungstheorien, so zum Beispiel dass Hochwasser eine Strafe Gottes sei, seine Zustimmung oder Ablehnung bekunden konnte, kamen zwei Statements, die mir sehr gut gefallen haben:

Ich wäre gerne einen Monat lang ganz allein im Wald, um mich eins mit der Natur zu fühlen. – Ja!

Es wäre wunderbar, Wildgänse einmal auf ihren Zügen zu begleiten. – Auch das!

Wovon träumen Menschen, die solche Fragebogen verfassen, eigentlich nachts? Dass sie barfuß und in weiße, wallende Gewänder gehüllt über vollmondbeschienene Streuobstwiesen wandeln, dabei Öko-Orangensaft schlürfen, sich Blumen ins Haar stecken und lustige Lieder singen?

So muss es wohl sein.

link - 28.04.2003 | 10:29